Private Gemächer in Burgen und Häusern der Kreuzfahrerstaaten

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    Hallo zusammen,


    da ich hier gerade am Recherchieren bin, wollte ich mal sehen ob mir vielleicht jemand helfen kann :)


    Es geht mir darum, wie private Gemächer in den verschiedenen Haushalten ausgesehen haben können. Vor allem was die Raumaufteilung angeht.


    Gehen wir erstmal von einem baronialen Haushalt aus. Also ein Baron, seine Frau, ein paar Kinder und vielleicht noch ein jüngerer Bruder des Baron, sowie seine alte und verwitwete Mutter.


    Wo schlafen die in der baronialen Burg?


    Die Burgen der Kreuzfahrer sind denen Frankreichs und Englands recht ähnlich. Es gibt zumeist einen zentralen Donjon, um welchen sich dann eine Mauer erstreckt, innerhalb derer es noch ein paar Nebengebäude gibt.


    Hier mal ein paar Beispiele für gut erhaltene Donjons:




    Das Problem ist natürlich, dass man allgemein keine Inneneinrichtung erhalten hat und daher steht auch in meinem Lieblingswerk zu dem Thema nicht viel. Bei den meisten Überresten von Kreuzfahrergebäuden fehlt sowieso das obere Stockwerk und deswegen weiß man auch nicht, wie und ob die Kreuzfahrer ihre Hallen dort unterteilt haben. Man müsste also irgendwie Vermutungen anstellen, basierend auf dem was wir aus Westeuropa vielleicht kennen. Aber auch da finde ich nicht viel.


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    Wenn man sich speziell mal Saone vorstellt: Wie haben die diesen oberen Raum genutzt? 16x16m bieten ja genügend Platz für einen Saal und ein paar kleinere Quartiere. Aber natürlich gibt es keine internen Mauern. Schwierig alles...

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    Seine fürstliche Gnaden Guillaume de Bures, Fürst von Tiberias und Herr von Jericho
    Ehemann der Catherine de Grenier
    Adliger von Jerusalem
    Ritter

    • Offizieller Beitrag

    Zu Saone muss man noch sagen: Die Burg war sehr groß, da gab es sicherlich noch andere Quartiere als nur die im Donjon.


    Aber soweit ich weiß lebte die Kernfamilie im Donjon und ich frage mich ob die alle zusammen in einem großen Raum schliefen, oder ob man da unterteilt hat.

  • Huhu,

    ein sehr interessantes Thema. Viel kann ich leider nicht beisteuern, aber möglicherweise hilft Dir der eine oder andere Wissenbrocken von mir weiter. :)


    Der Roman Tristan geschrieben von Beroul beschreibt dass sich König Artus in Gesellschaft seiner Ritter und Vertrauten zur Ruhe legt. Möglicherweise war es für höhergestellte Adlige ebenso.


    Ganz interessant hierzu habe ich folgende Seite gefunden, die den Roman sogar aufgreift und ein bisschen mehr zum Thema zu sagen hat:

    Link:

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    Hier heißt es - Zitat:

    Das Bett diente nicht nur dem verheirateten Paar als Schlafplatz, sondern auch dessen Kindern. Für uns unbegreiflich ist die Tatsache, dass das Bett auch den Geschwistern, den Dienstboten und gar Fremden angeboten wurde. Daraus resultierte wohl ein Aufruf wider die Unzucht: „Wolle Gott, dass es Brauch in Frankreich werde, Kinder in ihrem Bettchen allein schlafen zu lassen, oder allenfalls Brüder und Schwestern miteinander, wie es in Flandern der Brauch ist.“


    Die Schlafstätten der Pagen umgaben das Bett des Ritters und sie waren ihm mit dem

    Kopfende zugewandt. Im „Roman de Tristan“ von Béroul (ca. 1175) begibt König Artus sich in Gesellschaft seiner Ritter und Vertrauten zur Ruhe.


    Ob das tatsächlich generell und überall so gehandhabt wurde, keine Ahnung.

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    Seine Gnaden Cedrick von Cornberg
    Adliger von Jerusalem
    Knappe von Edmund von Westernach

  • Ich habe mich immer vor allem mit deutschen Burgen beschäftigt, aber ich wüsste gar nicht einmal, ob man (immer) von einer klaren Raumaufteilung ausgehen kann/sollte und ob das, wovon man in Europa ausgeht, immer so vergleichbar ist, weil das meines Wissens auch sehr stark vom Klima abhängen konnte. Ich müsste das vermutlich nochmal nachschlagen, aber ich meine, dass gerade (auch repräsentative) Wohntürme u.ä. Wohngebäude (z.B. auch sog. "feste Häuser", was alles immer nicht ganz einem Donjon entspricht, aber je nach Argumentation eben eine andere lokale Variante wäre) auch abhängig von den Jahreszeiten unterschiedlich genutzt wurden, weil ja z.B. sowas wie ein erster Stock mit vielen Fenstern repräsentativ sehr cool sein konnte, aber im europäischen Winter vermutlich echt keinen Spaß gemacht hat, um darin zu schlafen oder sich auch nur großartig aufzuhalten. (Problem bei sowas ist aber meines Wissens auch immer, dass z.B. Inventare, die sowas auflisten können, in der Regel ja immer nur für wirklich größere Anlagen erhalten sind, wo das Miteinander räumlich sowieso mehr entzerrt sein konnte, weil man mehr Platz hatte, und solche Inventare sind zumindest im deutschsprachigen Raum erst fürs Spätmittelalter so wirklich Thema, wenn sich durchsetzt, dass man regelmäßig vor Gericht zieht und sich Schäden z.B. aus Konflikten des Lehensherren ersetzen lässt. Keine Ahnung, ob/inwieweit das für Frankreich oder England besser ist, würde darauf aber nicht wetten.)

    Ich kenn's aber an sich auch immer so, dass solche Räume oft multifunktional genutzt wurden und im Zweifelsfall alle aufeinander hockten, wenn man nicht irgendwie mehr Platz und Personal hatte, wozu die fehlenden Wände ja passen würden. Aber da war ich im Detail thematisch nie so tief drin, auch weil das glaube ich so eines dieser mühsamen Themen ist, die super spannend sind, bei denen man aber mehr nicht weiß als umgekehrt.

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    Ihre Gnaden Catherine de Nevers
    Adlige
    Hofdame

    • Offizieller Beitrag

    Vielen Dank für euren Input! :)


    Man muss jetzt noch bedenken, dass die Kreuzfahrer architektonisch sehr vielseitig waren. Es war ein bunter Mix aus südfranzösischer und italienischer Architektur, welche auch viel von Byzanz und der vor Ort üblichen syrischen Architektur übernahm...

    Vor allem wurde ja komplett aus Stein gebaut, was in Europa ja nur selten der Fall war. Zudem war es natürlich im Winter nicht ganz so kalt, wobei auch die Winter im Heiligen Land sehr empfindlich kalt werden konnten.


    Das Haus eines durchschnittlichen Bürgers in einer Stadt oder einer fränkischen Siedlung bestand wohl oft aus mindestens zwei Stockwerken (in Städten konnten es auch drei sein). Meistens waren das dann Tonnengewölbe, die rechtwinklig zur Straße verliefen. Unten wurde gearbeitet und oben geschlafen.


    Ich habe hier mal ein paar Seiten aus einem Buch eingefügt, welche sich mit dem Thema Wohnräume und Schlafräume im fränkischen Königreich Jerusalem befassen. Alles aber etwas vage...


    Man könnte höchstens darauf rumreiten, dass er immer von "domenstic rooms" spricht, selbst in einem bürgerlichen Haus von 4x10m Grundfläche, welches unten alle möglichen Gerätschaften (Olivenpresse, Zisterne, Ofen etc) hatte. Da wäre ja im Obergeschoss noch relativ viel Platz für eine Bürgerfamilie mit 1-2 Knechten.


  • Dankeschön für das Einfügen der Seiten & der Bilder :)


    Da von den Möbeln leider nichts erhalten geblieben ist, wäre es eine Möglichkeit, dass diese vielleicht ganz ähnlich wie heute als Raumteiler gedient haben.


    Für den Wohnbereich gab es vielleicht Paravents oder Tücher die man aufgespannt hat. Der Parvent war schon im 4. - 5. Jahrhundert vor Christus in China bekannt. Ob er seinen Weg bis nach Europa oder gar nach Jerusalem gefunden hat, weiß ich leider nicht.


    Tücher hingegen wurden auch als Sonnensegel benutzt, so wäre eine andere Nutzweise im Haus durchaus denkbar. Und ich finde das sähe sogar sehr schön aus, je nachdem welches Tuch man verwendet :)

    Schränke die sich reiche Haushalte leisten konnten, können ebenso als Raumteiler genutzt worden sein.


    Das sind meine Gedanken dazu. :)

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    • Offizieller Beitrag

    Also die Paravents kann ich mir durchaus für sehr wohlhabende Haushalte vorstellen. Ich bin mir nicht ganz sicher, wann die aus China gekommen sind und bin grad auch etwas zu faul um es zu recherchieren, aber es ist definitiv vorstellbar.


    Schränke sind zu unserer Zeit noch nichts alltägliches, auch nicht im Adel. Der Adel hat Truhen gehabt, je nach Wohlstand schön dekoriert und beschlagen. Schränke waren enorm selten und wurden für Schriften, liturgische Gegenstände, Reliquien oder Schätze verwendet, aber sonst für nichts. Warum auch? :) Die waren ja für die damaligen Ansprüche teuer, unpraktisch und sperrig. Damals wars noch ziemlich schwierig, einigermaßen gleichmäßige Bretter zu konstruieren, die hat man dann nicht für Schränke genutzt. Im Spätmittelalter kamen Schränke langsam auf, meine ich. Da kamen auch Schränke für Speisen etc. auf. So modern sind wir noch nicht. :)


    Übrigens waren wohl sogar Tische häufig gar keine festen Konstruktionen, sondern Bretter auf Holzböcken, die man nach der Mahlzeit runternahm ("Tafel aufheben"). Den Platz hat man also nicht für sinnlose Tische verschwendet.

    Stühle hatten nur hochrangige Personen, Normalsterbliche saßen ausschließlich auf Hockern und Bänken.


    Und zu Betten habe ich auch noch etwas gefunden: Die bestanden aus einem Rahmen mit vier Eckpfosten, die Liegefläche war aus Holz oder straff gebundenen Lederriemen oder Stricken, damit es etwas federt.


    Und Porzellan kam übrigens auch erst im 14. Jahrhundert durch Marco Polo rüber und war noch ewig unfassbar teuer. Ich meine, hier schon öfter mal von Porzellan gelesen zu haben, darum wollte ich die Gelegenheit nur nochmal am Rande erwähnen. :) Bei uns denkbar ist Ton und Steinzeug, die teureren Gelegenheiten dann aus Glas und (Edel-)Metall. Billig waren die aus Leder, Holz und Horn, ich denke das ist in Jerusalem dann wirklich die untere Schicht, aber das ist meine persönliche Einschätzung. Die meisten Informationen liegen mir zu Europa vor und das ist doch noch etwas armseliger als der Orient.


    Teller sind übrigens auch erst seit dem 13. Jahrhundert bezeugt. Üblich waren rechteckige Holzplatten oder Brotscheiben, auf denen das Essen serviert wurde. Keine Gabeln! Man nahm Messer, Löffel, Brot und Finger zur Hilfe, zweizinkige Gabel dienten lediglich zum Tranchieren. Ausnahmen bestätigen die Regel, aber das Volk wird vermutlich auf keinen Fall Gabeln verwenden. :)

  • Ja, sehr spannend.
    Den englischen Artikel lese ich sicher auch noch, wenn ich nicht ganz so müde bin (hab letzte nacht furchtbar schlecht geschlafen und bin vorhin drei Stunden aus Flandern nach hause gefahren) :sleeping:
    Daß alle Hausbewohner in einem Raum schlafen kenne ich halt von den Germanen, da ist das auch archäologisch nachgewiesen, ebenso das mit den Tischen bzw. Tafeln, hatte aber eigentlich gedacht, daß das mit dem Übergang zum Mittelalter gerade in den Häusern des Adels dann anders war... so lernt man immer wieder was neues :)

    Aber jetzt mal ne Frage, die vielleicht dumm ist.... haben denn die Kreuzfahrer, vor allem der Adel, ihre Anwesen alle neu gebaut oder haben sie auch auf heimische Häuser / Anwesen zurückgegriffen, wenn es diese schon gab?
    Dann wäre doch vermutlich auch die einheimische Architektur interessant oder nicht?

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    Meister Bhreac McLeod
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  • Aber jetzt mal ne Frage, die vielleicht dumm ist.... haben denn die Kreuzfahrer, vor allem der Adel, ihre Anwesen alle neu gebaut oder haben sie auch auf heimische Häuser / Anwesen zurückgegriffen, wenn es diese schon gab?
    Dann wäre doch vermutlich auch die einheimische Architektur interessant oder nicht?

    Du meinst in der Stadt Jerusalem? Die Kreuzfahrer haben in Jerusalem ein bisschen umgebaut, aber ich würde sagen in der Stadt sind zu unserer Spielzeit 90 oder sogar 95% der Architektur einheimisch. Nach dem Massaker, dass die Kreuzfahrer in der Stadt verübt waren, war Jerusalem einige Jahre sehr verlassen, und Balduin I (regierte 1100-1118) hat hart dafür arbeiten müssen, dass neue Ansiedler (insbesondere Christen aus dem Jordantal, aber natürlich auch Franken) wieder in die bestehenden Gebäude in Jerusalem einzogen. Da gab es wenig Andrang, zusätzlich zu den bestehenden Gebäuden neue Häuser zu bauen. Ausnahmen waren da ein paar Kirchen, Marktgebäude und Befestigungen. Außerhalb von Jerusalem (wo die Verhaeltnisse anders waren) war fränkische Architektur aber öfter anzutreffen.

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    Seine Seligkeit Gregor von Brandis, Patriarch von Jerusalem, Baron von Nazareth
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  • Ja, genau, ich meinte in der Stadt.

    Wie genau sah denn dann die einheimische Architektur von solchen Anwesen aus?

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    • Offizieller Beitrag

    Es gibt hier und dort einige fränkische Bauwerke in der Stadt oder zumindest Reste davon. In Akkon findet man aber viel mehr.


    Teilweise liegt das aber auch daran, dass Jerusalem durchgehend bewohnt war und somit viel fränkische Architektur einfach wieder abgerissen, neu gebaut, verändert usw. wurde. So dass man heute nurnoch Fragmente findet. Der Murristan war zum Beispiel ein komplett fränkisches Bauwerk meine ich.


    In Akkon hingegen wurde, nachdem die Kreuzfahrer weg waren, sehr viel zerstört. Dadurch blieb mehr erhalten. Sprich: Wenn du ein dreistöckiges Gebäude zum Einsturzt bringst, bleibt das Erdgeschoss unter dem Trümmerberg relativ intakt.


    Zur Architektur kann ich beizeiten nochmal was schreiben :)

  • Danke, für die vielen Infos :)

    Das wäre sehr lieb.

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    Ach sorry, bei den Einheimischen Gebäuden bin ich noch dran. Aber was ich schon sagen kann: Decken wurden auch im Orient durch Tunnel oder Kreuzgewölbe überwölbt. Balkendecken - wie in Westeuropa - gab es mangels großen Holzstämmen eher selten. Natürlich könnte man die aus dem Libanon herbei schaffen, aber warum sollte man das tun, wenn man Stein in rauen Massen hat?


    Anderes Thema: Königliche Pfalz


    Ich will mal nach Informationen über die Kaiserpfalz Goslar suchen. Das klingt bei Wikipedia schon sehr interessant:


    Zitat

    Das Kaiserhaus ist mit 54 Metern Länge und 18 Metern Tiefe der größte Profanbau seiner Zeit. Das Zentrum des Kaiserhauses stellt der zweigeschossige Saalbau dar. Er beherbergte übereinander zwei Säle von 47 Metern Länge und 15 Metern Tiefe. Beide hatten eine Balkendecke, die in der Mitte durch eine Säulenreihe gestützt wurde. Der obere Saal wird als „Sommersaal“ bezeichnet. Mit sechs großen Rundbogenöffnungen und einem ebenfalls stark bogen-strukturierten Mittelbereich in seiner Ostfassade, der wohl auf einen Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen. führte, ist der Raum durch das Mauerwerk „nach außen hin geöffnet“. Möglicherweise wurde so dem „thingrecht“ genüge getan, wonach ein Gericht unter freiem Himmel abgehalten werden sollte. Der untere Saal führt die Bezeichnung „Wintersaal“. Die Ostfassade wurde hier nur wenig und in verschiedenen Ausbauphasen durch kleine Fenster durchbrochen. Im Wintersaal findet sich eine Warmluftheizung, wie sie auch in Tilleda, Werla, der Burg Lichtenberg in Salzgitter, im Alten Rathaus Göttingen und in anderen vergleichbaren Gebäuden vorkommt. Diese Warmluftheizung darf allerdings nicht mit dem römischen Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen. verwechselt werden. Außerhalb des Saales im Westen befanden sich zwei große Öfen, in denen Holz verbrannt wurde. Nachdem Rauch und Funken möglichst verflogen waren, wurde eine Sperre entfernt und die warme Luft gelangte durch einen Kanal in den Saal. Im Saal teilten sich von den (hier) zwei großen Kanälen jeweils zwei kleine Kanäle in der Raummitte links und rechts ab. An ihren Enden befanden sich Verschlusssteine, die mit Deckeln (vermutlich aus Metall) verschlossen wurden. Sollte der Raum erwärmt werden, wurden die Deckel abgenommen, die Wärme konnte in das Saalinnere „strömen“. Der Saal konnte so für Versammlungen bei schlechterer Witterung genutzt werden.


    Im Norden schloss sich an den Saalbau ein ebenfalls zweigeschossiges Wohngebäude an. Auch hier war das Obergeschoss wahrscheinlich der kaiserlichen Familie vorbehalten. Es bot einen direkten Zugang sowohl in den oberen Saal als auch, wahrscheinlich über eine Galerie, in die benachbarte Liebfrauenkirche.


    Unter Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen. wurden zu Beginn des 12. Jahrhunderts noch einmal bauliche Veränderungen am Kaiserhaus vorgenommen. Heinrich V. ließ am südlichen Ende ein dem älteren fast baugleiches zweites Wohngemach anfügen.


    Vor allem das Wohngebäude interessiert mich und wie es gegliedert war. Mal sehen, ob ich da etwas zu finde. Ist zwar geographisch nicht gerade dicht bei uns, aber ich denke man kann das zumindest vergleichen. Und auch der königliche Palast in Jerusalem war wohl ein zweigeschossiger Saalbau mit angeschlossenem Wohngebäude.



    So könnte Goslar zu unserer Zeit ausgesehen haben, das kleinere und etwas niedrigere Bauteil am Saal ist der Wohnbau:


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  • Oh, danke für die Infos....
    Das Bild von dem Haus sieht sehr 'deutsch' aus, da hat sich, zumindest äußerlich an der Bauweise in den folgenden Jahrhunderten ja kaum etwas verändert.

    Das Thingrecht stammt vermutlich noch aus der Zeit der Germanen, die ihr Thing ja auch unter freiem Himmel abgehalten haben.

    Eine interesante Frage ist natürlich, warum man die 'Heizung' nicht nach dem römischen Vorbild, dem Hypocaust gebaut hat.... denn die Römer werden dort sicher auch vor Ort gewesen sein... die Gose, die durch Goslar fließt mündet in die Oker, die schließlich über die Aller in die Weser fließt und mit den flachen römischen Schiffen waren Flüße bis sehr weit zu ihrer Quelle befahrbar, zudem waren die Flüße eine der Hauptverkehrsadern der Römer in Germanien, das nicht, über ein ausgebautes Straßennetz, wie es die Römer in vielen anderen eroberten, beziehungsweise besetzten gebieten errichtet hatten, verfügte. Die Lippe beispielsweise ist kein sehr tiefer Fluß und war bis mindestens Anreppen schiffbar, das sind nur knapp 20 km bis zur Quelle.

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    Zu der Heizung:


    Naja die Zeit der Römer ist lange her und zudem sind wir tief im Römisch-Deutschen Reich und nicht irgendwo in Italien oder Südfrankreich, wo man sich solches Wissen vielleicht noch eher bewahrt hat.


    Ich bin sicher, die waren schon sehr stolz auf diese Heizung die sie da hatten.

  • Oh ja, das glaube ich gerne, so eine Heizung hatte nicht jeder.

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    Ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin bei diesem ganzen Thema skeptisch.


    Ich habe etwas das Gefühl, dass diese gesamte "alle haben in einem Zimmer zusammen gelebt" Geschichte so ein Vorurteil ist, welches man sich über das Mittelalter gerne erzählt und welches sich übers Internet verselbstständigt. Das mag sicherlich für manche Bereiche gelten. Ärmere Familien zum Beispiel.


    Aber die Adligen haben sich gewaltige Hallen und Säle gebaut und es gab oft genug auch Wohngebäude daneben. Und dort sollen dann alle in einem Raum geschlafen haben? Jeder schnarcht und schnauft?


    Die Konstruktion von separaten Räumen ist architektonisch nicht besonders anspruchsvoll. Man baut eine mittelgroße Halle und fügt Trennwände ein und schon gibt es für die etwas respektableren Mitglieder des Haushaltes eigene Räumlichkeiten. Vor allem bei adligen Haushalten oder am königlichen Hof würde das schon Sinn machen, finde ich.


    Aber ich recherchiere zu dem Thema und will nichts einfach annehmen, ehe ich nicht irgendwelche Belege habe.

  • Ja, mach das bitte, das geht ja uns alle an, wenn wir etwas in oder von Privatgemächern schreiben.


    Aber ich stimme dir durchaus zu, daß gerade die reichen Menschen sich durchaus den Luxus einer Privatsphäre erlaubt haben. Es macht sehr viel Sinn, daß diese Wohnhäuser, die an die hallen angebaut waren, eben nicht nur aus einem großen Raum bestanden haben, denn sonst hätte man das ja schlicht und einfach in die große Halle integrieren können und hätte kein separates Wohnhaus daneben stellen müßen.

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    Interessanter Artikel über die Pfalz Kaiserswerth:


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    In diesem Artikel ist ein Raum relativ eindeutig als Wohn und Arbeitsraum des Kaisers bezeichnet. Dieser liegt im 1. OG der Pfalz.


    Allerdings gibt es auch hier nicht unbedingt massenhaft weitere Räumlichkeiten für Familienmitglieder hohe Haushaltsmitglieder oder gar Gäste (mal angenommen der Kaiser empfängt in seiner Pfalz einen Herzog oder so)

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