Das Wetter im Königreich Jerusalem


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Ein harter Sommer geht zu Ende. Der Sommer des Jahres 1130 war heiß, trocken und entbehrungsreich. Da die Spätregen im Frühling ausblieben und die Ernte mehr als schlecht war, mussten viele Menschen Hungern und viele starben. Es gab Aufstände und Hungersnöte. Jetzt, im September, sind die Menschen ermattet und müde, mancherorts sterben sie einfach wie die Fliegen. Manche Barone kaufen für viel teures Geld Getreide um es an ihr Volk verteilen zu lassen, andere machen sich diese Mühe nicht und schlagen Aufstände lieber blutig nieder. Das Land versinkt im Elend. Ein Elend, welches den ganzen September über anhält. Erst zum Ende des Monats hin wird es wieder milder, die Temperaturen sinken und der Wind weht nicht länger aus Süden, sondern von Norden. Kühlere Luft und weniger Trockenheit sind die Folge.

Der Okrober beginnt nicht anders, als der September endete. Das Land ist trocken und karg. Der Boden steinhart und sehr viele Wasserquellen ausgetrocknet. Der Jordan selbst führt kaum noch Wasser und der See Genezareth erreicht einen so tiefen Stand, wie schon seit Jahren nicht mehr. Die Menschen beten und hoffen nun mit aller Kraft, dass der erlösende Regen bald kommen möge. Und dies tut er auch am Ende des Oktober. Mit Gewitterstürmen und hohen Wolkenbänken kündigt sich das erlösende Wasser an, ehe es Ende Oktober dann tatsächlich einige kurze und schwache Regenschauer gibt. Dies ist das Zeichen für die Menschen die Felder zu pflügen und die Saat auszubringen. überall wird der Beginn der Regenzeit gefeiert und die Menschen erholen sich im Geiste schon von den Strapazen des Sommers.

Der November bringt auf einen Schlag sehr viel mehr Regen und auch mehr Stürme mit sich. Der Seehandel wird in diesem Jahr schon früh eingestellt, da das ganze Mittelmeer von schweren Stürmen heim gesucht wird, die eine Seereise fast unmöglich machen. Die Menschen konzentrieren sich auf das Bestellen ihrer Felder und auf das unterbringen der kargen Sommerernte. In Jerusalem blüht der Binnenhandel noch einmal auf und die Märkte sind voller Reisender aus dem Osten, die ihre Waren hier verkaufen. Viele dieser Waren werden im Frühjahr über die See nach Europa transportiert werden.

Der Dezember bringt weitere Stürme, welche in der zweiten Hälfte des Monats aber abflauen und einem milden, freundlichen Winter Platz machen. Dennoch schwillen die Flüsse und Bäche im Winter so an, dass Reisen über Land schwierig werden. Viele Furten werden unpassierbar und einige Brücken werden fort geschwemmt. In den Bergen und im Hochland kommt es zu Schneefall und teilweise treibt Eis auf den Flüssen, welche aus dem Gebirge kommen. Das Land atmet nach dem harten Sommer auf und die Vegetation beginnt langsam sich wieder zu erholen.

Der Januar ist kalt und regenreich. Schon im vergangenen Herbst fiel reichlich Regen und das Land erblüht. Zwar leidet die Vegetation etwas unter der Kälte, aber dennoch ist das Land grün und gedeiht. Im Gegensatz zu den sonstigen Wintern ist es dieses Jahr nicht besonders stürmisch. Dies bemerken auch die Handelsfahrer aus Italien und Griechenland, so dass die Häfen in disem Januar ebenfalls gut gefüllt sind.

Auch der Februar ist kalt, doch langsam wird es wärmer und die Regenfälle werden weniger. Es gibt im heiligen Land wieder mehr Sonnentage und die Pflanzen beginnen üppig zu wachsen. Die Stürme bleiben weiterhin aus, lediglich in der Mitte des Monats weht für eine Woche starker Nordwind, der das Meer aufpeitscht und drei Schiffe gegen die Steilküste des Karmel treibt. Dennoch ist der Handel in diesem Winter außergewöhnlich lebhaft. Die Häfen werden von vielen Schiffen angelaufen und auch der Handel über Land floriert. Die Brücken und Furten sind in diesem Jahr auch im Winter gut passierbar, was in viele Börsen einen ordentlichen Zugewinn spült.

Im März wird es noch wärmer und die Vegetation wächst und gedeiht in voller Pracht. Der Frühling beginnt und sowohl Getreide, Obstbäume, als auch die natürliche Vegetation des Landes erleben einen enormen Aufschwung. Gegen Ende März steht das ganze Land in voller Blüte und gleich einem einzigen großen Garten. Die Regenfälle werden nun spärlicher und mancherorts kann bereits mit der Ernte begonnen werden.

Im April erreicht der üppige und grüne Frühling seinen Höhepunkt und das Heilige Land zeigt sich in seiner ganzen Pracht. Die Christen feiern in diesem Monat das Osterfest, welches vor allem in Jerusalem groß inszeniert wird. Die Felder stehen überall kurz vor der Ernte und auch die Obstgärten, die Oliven und das Zuckerrohr, alles ist in diesem Jahr üppiger und besser gewachsen, denn je. Vielerorts sind die Menschen bereits mit der Ernte beschäftigt, auch wenn das Erntefest, welches normalerweise das Ende der Erntezeit markiert, eigentlich noch viele Wochen hin ist.

Noch die gesamte erste Hälfte des Mai hindurch fallen vereinzelte Regenschauer, was auch in den entlegensten und kargsten Gebieten zu einer annehmbaren Ernte führt. Bis zum Ende des Mai sind die Ernten im gesamten Königreich eingebracht und auf den Feldern wird die Sommersaat ausgesäät. In vielen Jahren bleibt diese karg und spärlich, doch dieses Jahr gab es viel Regen und sowohl die Flüsse und Bäche, als auch die Brunnen und Zisternen sind gut gefüllt. Dort wo man das Land künstlich bewässern kann, wird es in diesem Sommer einen ordentlichen Ertrag geben.

Im Juni wird es nun merklich wärmer und der heiße Südwind lässt die Pflanzen im Süden des Königreiches verdorren. überall dort, wo es nur wenig Wasser gibt, wird es nun trocken. Dort wo allerdings Wasser vorhanden ist, gedeiht die Vegetation weiterhin und die Bauern können einer reichen, zweiten Getreideernte entgegen sehen. Am Anfang des Monats werden das christliche Pfingsten und das jüdische Schawout gefeiert, beide Feste markieren traditionell das Ende der Erntezeit. In diesem Jahr jedoch ist zum Zeitpuntk dieser Feste die Ernte schon lange abgeschlossen und viele Felder sind bereits neu bestellt. In der zweiten Hälfte des Juni dreht der Wind auf Westen und bringt vereinzelte Wolken mit sich, die jedoch keinen Regen bringen. Dennoch wird es durch den Westwind kühler und der todbringende Sommer wird noch für einige Wochen aufgeschoben.

Der Juli bringt dem Heiligen Lannd nun endlich doch den Sommer und die Trockenheit. Zwei Wochen lang wehen heiße und trockene Winde aus Süd und Ost, welche einen großen Teil der Sommerausaat verdorren lassen. Auch an Orten, an denen genug Wasser vorhanden ist, kommt es vor, dass die heißen Winde und die gnandenlose Sonne ihren Tribut fordern. Alledings sind die Kornkammern von der reichen Frühlingsernte so gut gefüllt, dass die Verluste der Sommerernte keine all zu großen Probleme bereiten.

Vielmehr ist dies nun die Jahreszeit, in welcher Handel getrieben wird und die Früchte des Landes, das Getreide, die Oliven, der Zucker und alle anderen Güter, welche die Menschen produziert haben, auf den Märkten und in den Häfen eingetauscht werden.

Im August bleibt es weiterhin heiß und viele Bäche trocknen aus. Einige Brunnen tun dies ebenfalls, aber nur selten hört man sich jemanden beschweren. Dieser Sommer ist sehr viel milder als der letzte und die Menschen müssen weder Hungern, noch dursten. Es gibt reichlich Nahrungsvorräte, was auch die Herren und Barone freut, welche ihren Anteil an der Ernte auf den Märkten zu barem Gold machen können. Durch eine Dürre in Griechenland steigt zudem der Getreidepreis und es gibt kein überangebot an Weizen im Heiligen Land.

Im September wird es langsam aber sicher wieder kühler und der Wind weht fast den ganzen Monat hindurch aus Norden. Immer wieder ziehen feine Wolkenbahnen über den Himmel und die Alten prophezeihen einen baldigen Regen und einen milden, wohltuenden Winter. überall im Reich lobt man die Regentschaft des Königs und seiner Tochter und die Menschen frohlocken beim Gedanken an die zweite Ernte, welche sie auf den Märkten verkaufen können. Gegen Ende des Monats kommt es an der Küste zu einigen Gewitterstürmen und eine Flotte von Handelsschiffen wird eine Woche lang in der Bucht von Akkon eingeschlossen. Ansonsten gibt es im September keine besonderen Vorkommnisse.

Schon zu Beginn des Oktober fallen im Nordwesten des Heiligen Landes die ersten Regenfälle. Weiterer Regen folgt in den nächsten Wochen dann auch weiter im Süden. Die Felder, welche den Sommer über brach lagen, werden nun mit der Saat für den kommenden Frühling bepflanzt und die Ernte des Sommers wird eingebracht. Die Sommerfelder werden nun brach liegen gelassen oder mit Gemüse beplfanzt. Es werden überall im Land Steuern eingetrieben und die Schatzkammern von Adel und Kirch füllen sich. In der zweiten Hälfte des Monats kommen leichte Stürme auf, doch ansonsten zeigt sich auch der Oktober von einer eher freundlichen Seite.

Im November fällt sehr viel mehr Regen und die Brunnen und Zisternen füllen sich rapide wieder auf. Leichte Stürme und starker Wind herrschen den ganzen Monat über vor und die Menschen genießen größtenteils das Ende des Sommers und die Früchte ihrer Arbeit. Im Adel beginnt nun die Jagdsaison aufs Neue und sowohl die Adligen Herren, als auch die Damen, widmen sich der Beizjagd, oder der etwas roheren Jagd mit Speer und Bogen.

Im Dezember nehmen die Stürme nun deutlich zu und werden heftiger. So heftig, dass eine Flotte von Kauffahrern vor Jaffa auf den Grund des Meeres sinkt. Dieses Ereigniss markiert das Ende der Seefahrt für dieses Jahr und von nun an liegen die Häfen verlassen und einsam da. Auch zu Land wird der Handel schwieriger, da die Flüsse und Bäche durch den Regen so stark anschwillen, dass Furten unpassierbar werden und Brücken umgerissen werden. Das Leben wird im Winter ruhiger und langsamer, weniger Menschen reisen und die meisten bleiben in ihrer Heimat und widmen sich handwerklichen tätigkeiten. Häuser müssen repariert werden und das Vieh muss versorgt werden.

Die Temperaturen in diesem Januar sind niedrig und 3 und 8 Grad. Es fällt Schnee und Hagel im ganzen Land, jedoch hält sich der Schnee nur in den Bergen. Auf den Flüssen und Bächen treiben kleine Eisschollen, die jedoch schnell tauen. Es ist nicht so kalt, dass die Kälte den Menschen ernstliche Probleme machen würde, doch das Getreide wächst nur langsam und mancherorts verdirbt es durch nächtlichen Frost.

Schwere Stürme und Gewitter ziehen ebenfalls über das Land und richten hier und da Verwüstung an. Der Seehandel kommt beinahe gänzlich zum Erliegen, da es schwierig und gefährlich ist den Stürmen auf dem Meer zu trotzen. Noch schwieriger ist es, die meisten Häfen der Levante anzulaufen, da diese meistens wenig Schutz vor den Gezeiten bieten. Nur Akkon ist durch seine günstige Lage dazu befähigt das ganze Jahr über von Schiffen angelaufen zu werden. Tyrus, Caesarea, Jaffa, Sidon und Haifa sowie auch Askalon, werden im Januar von den Schiffen nur selten angesteuert.

Im Februar wird es schon wieder etwas wärmer und milder, doch die Stürme halten sowohl an Land, als auch auf See weiterhin an. In den Bergen fällt Schnee und in den niederen Landen fällt Regen. Die Flüsse und Bäche führen nun reichlich Wasser und wenn es nicht regnet scheint die Sonne klar und wärmend auf das Land hinab. Die Feldfrüchte, die Obstbäume und die Gemüsebeete, alles wächst, gedeiht und verheißt eine reiche Ernte im Frühjahr.

Es ist März und die Regenzeit neigt sich langsam dem Ende zu. Der lebensnotwendige Spätregen fällt und die Getreidefelder, sowie die Obstgärten wachsen und gedeihen. Die Temperaturen liegen zwischen 5 und 15 Grad und es weht zumeist Westwind, welcher den segensreichen Regen vom Meer bringt. Nach den beiden letzten, kalten, Monaten wird es nun wieder wärmer und die Landschaft beginnt wieder grüner zu werden.

Im April fällt noch immer Regen, welcher nun aber spärlicher wird. Es ist ein gutes Jahr, denn der Regen fiel lange genug um die Getreidefelder und Obstgärten nicht zu früh verdörren zu lassen. Im Jordantal wird es schon im April so heiß, dass die spärliche Ernte bereits jetzt eingebracht werden muss, damit sie nicht auf dem Feld verdorrt. Im Hochland von Judäa und Samaria, sowie in Galiläa, ist es noch weniger heiß und die Felder werden noch nicht abgeerntet. Auch an der Küste ist noch angenehm mild. Die Temperaturen betragen in Jerusalem nun zwischen 12 - 22 Grad und die Stadt ist noch immer ein angenehmer Aufenthaltsort. Die Menschen genießen den milden Frühling, welcher die angenehmste Jahreszeit ist. Das jüdische Pessachfest und das christliche Osterfest markieren am Ende des Monats in etwa den Beginn der Erntezeit, welche mit Schawout (Juden) und Pfingsten (Christen) im Juni ihr Ende findet.

Die letzten Regenfälle bleiben nun ebenfalls aus und die Temperaturen im Heiligen Land steigen auf bis zu 26 Grad bei Tag. Selbst in der Nacht wird es nun nicht mehr besonders kalt. Im Jordantal steigen di Temperaturen nun sogar schon auf bis zu 50 Grad an. Der Wind weht von Osten und bringt Trockenheit und Dürre mit sich. Zur Mitte des Monats hin ist die Landschaft aufgrund des Regenmangels trocken und verdorrt. Nur dort, wo eine künstliche Bewässerung möglich ist, bleibt die Vegetation grün. Während jedoch der Ostwind Trockenheit bringt, bleibt der unerträglich heiße Südwind (Chamsin) einstweilen aus. Der Himmel ist sehr klar und Wolkenlos. Gegen Ende des Monats wird nun auch die Ernte in den tiefer liegenden Gebieten eingebracht. Getreide und Früchte reifen in der Küstenebene und in den Tälern des Hochlands.

Im Juni spürt man die ansteigenden Temperaturen, sowie die gnadenlose Trockenheit auch in der Heiligen Stadt. Die Temperaturen liegen am Tag zwischen 22 und 29 Grad, steigen manches Mal aber durchaus auf über 40 Grad an. Gegen Mitte des Monats weht für eine Woche der ermattende und heiße Chamsin, der Südwind aus dem Negev und dem Sinai. In der ersten Hälfte des Monats werden die restlichen Feldfrüchte geerntet und die Menschen des Heiligen Landes feiern die Ernte mit dem Pfingstfest (Christen) und dem Schawuot (Juden). Die Menschen sind damit beschäftigt die Ernte einzufahren und zu verstauen. Getreide wird in Scheunen gelagert, Früchte werden getrocknet, auf Märkten verkauft, oder in kühlen Kellern untergebracht. Die Oliven werden größtenteils zu öl gepresst und das Zuckerrohr wird entweder am Stück verkauft, oder zu Zucker verarbeitet.

Gegen Ende des Monats sind die Bäche ausgetrocknet und die Flüsse führen nur noch wenig Wasser. Immer wieder wird das Land von heißem Südwind oder trockenem Ostwind gemartert und es fällt kein Tropfen Regen. Der Boden wird in Folge der Trockenheit steinhart. Die Wüste im Süden des Königreiches, sowie das Jordantal, verdorren vollkommen, so dass sich die nomadisch lebenden Bewohner dieser Gebiete in die Berge zurück ziehen.

Mit dem Juli beginnt die heißeste Zeit des Jahres. Zu Anfang des Monats weht heißer und trockener Wind aus Süden und Osten, der auch den letzten Rest Vegetation verdorren lässt. Der Negev, das Ostjordanland und das Jordantal sind vollkommen verdorrt und auch das Hochland von Judäa, um Jerusalem und Hebron herum, ist trocken und karg. Der Boden ist hart und rissig und auch die letzten Bäche trocknen aus. Im Norden und an der Küste wird es nicht ganz so trocken und heiß. Die höheren Gebiete in Galiläa erhalten sich einiges ihrer Vegetation, leiden aber auch sehr unter dem trockenen Ostwind, der die Pflanzen an den Osthängen Galiläas verdorren lässt. An der Küste ist es noch am mildesten. Hier steigen die Temperaturen nicht ganz so sehr an und einige Quellen, sowie kleinere Flüsse sorgen noch für außreichend Wasser. Die Menschen müssen jedoch im ganzen Königreich vorsichtig und sparsam mit dem wenigen Wasser umgehen. In Jerusalem wird zum Ende des Monats hin das Wasser rationiert und die Menchen beginnen an Durst zu leiden. Die Temperaturen liegen den Juli über zwischen 24 und 33 Grad.

Auch den August über bleibt es unglaublich heiß, auch wenn der Wind gegen Mitte des Monats für wenige Tage aus Westen weht und etwas Abkühlung bringt. Die Menschen leben von der Ernte, die vor zwei Monaten eingebracht wurden und welche langsam knapp wird. In Jerusalem und in anderen Städten wird die Nahrung nun, ebenfalls wie das Wasser, rationiert. Wer Geld hat lebt noch im überfluss, aber die ärmeren Menschen müssen Hungern. Auf dem Land, sowie in den Städten sterben Menschen an Hunger, Durst und Hitze.

Allerdings floriert auch der Handel. Im Sommer ist das Meer ruhig und die Häfen können gut angelaufen werden. Die Waren nehmen von den Häfen aus ihren Weg nach Norden, Osten und Süden und die Städte und Herrschaften entlang der Handelsstraßen profitieren von den Wegzöllen.

Langsam aber sicher wird es im September wieder kühler. Der Wind dreht in der ersten Hälfte des Monats auf Norden und weht danach von Osten und Südosten. Noch immer fällt kein Tropfen Regen und der Himmel ist im ganzen Königreich klar und Wolkenlos. Auch die Bäche und Flüsse bleiben weiter ausgetrocknet oder mickrig, viele Brunnen sind mittlerweile ausgetrocknet und die Menschen verlassen an manchen Orten ihre Heime um zu ergiebigen Quellen und Seen zu ziehen.

Im Oktober bricht in Nablus eine Hungersnot aus in deren Folge das größte Getreidelager der Stadt von einer Menschenmenge fast gestürmt wird. Der Vizegraf der Stadt schlug den Aufstand im Keim nieder, doch dieser Vorfall zeigt wie angespannt die Lage im gesamten Königreich ist. Der Adel, die Geistlichkeit und das hoh Bürgertum leben noch gut und haben reichlich Wasser und Nahrung. Sie feiern Feste und erfreuen sich am erblühenden Handel. Doch die Unterschicht leidet und die Bauern warten sehnsüchtg auf die Regenfälle, die langsam einsetzen müssen.

Es wird jedoch Ende des Monats, bis der ersehnte und herbei gewünschte Regen endlich kommt. Die Regenzeit beginnt mit einigen Wolken, die sich am Himmel zeigen, sowie mit Gewittern und spärlichen Regenschauern, welche auf dm trockenen und steinharten Boden fast vollkommen wirkungslos abfließen. Dennoch ist der Beginn der Regenzeit ein Zeichen für die Bauern. Die Felder werden gefplügt und das Getreide wird eingesäät. Das Land und die Menschen atmen auf und überall wird das Ende der Trockenheit ausgelassen und freudig gefeiert.

Im November werden die Regentage rapide sehr viel häufiger und der trockene Boden weicht auf. Mancherorts werden Hänge vom Regen in Bewegung gesetzt und rutschen zu Tal. In den Wadis, den tief eingeschnittenen Tälern der Bäche und Flüsse des Hochlands, kommt es zu mehreren Sturmfluten, die sich rauschend zum Jordan und zur Küstenebene hin ihren Weg bahnen und viel Zerstörung anrichten.

Die Früchte auf den Feldern wachsen. Getreide, Gemüse und andere Feldfrüchte gedeihen. Die Menschen ernten das wenige, was im Sommer angebaut wurde und beginnen sich von den Strapazen der Dürre zu erholen. Die Temperaturen liegen im November zwischen 12 und 18 Grad und am Ende des Monats verlieren einige Bäume im Hinblick auf den kommenden Winter ihr Laub.

Es herrschen milde, nicht all zu kalte Temperaturen im heiligen Land. Im Süden des Königreiches, im Umland von Jerusalem, fällt nun ausreichend Regen. Die Feldfrüchte wachsen und gedeihen, das Vieh wird fett und die Flüsse und Quellen führen reichlich Wasser. Der Jordan strebt seinem höchsten Stand entgegen. Während die Bauern ihre Felder hüten und die Schafhirten ihre Herden von Weide zu Weide treiben, blühen auch die Städte auf. Jerusalem erstickt nicht in Staub und Hitze, wie dies im Sommer der Fall ist. 5-15 Grad erreichen die Temperaturen am Tag und 2-8 Grad werden es bei Nacht. Auch wenn die Temperaturen zuweilen unangenehm niedrig sind, scheint doch meistens die Sonne und erwärmt Haut und Gemüter. Gelegentliche, zuweilen auch heftige, Regenschauer und milder Sonnenschein bestimmen den Tagesablauf in der Heiligen Stadt.

Im Norden des Reiches, in Galiläa und an den Hängen des Libannon-Gebirges, ist das Klima in diesem Monat noch freundlicher für die Menschen. Der Niederschlag dort ist noch höher als im Süden und das Getreide auf den Feldern w์hst üppiger. Am fruchtbarsten ist das Land jedoch an der Küste, wo die meisten Niederschläge fallen. Hier werden Jahr für Jahr reiche und üppige Ernten eingefahren. Auch jetzt schon ist zu erkennen, dass es im Frühjahr wieder eine reiche Ernte geben wird. Im Süden und Osten, in Hebron und Oultrejordain, ist es trockener als im Rest des Reiches. Doch auch hier wird die Landschaft nun grüner und sowohl Landwirtschaft als auch Viehzucht gedeihen.

Das Emirat Askalon, welches ganz im Süden der fruchtbaren Küstenebene liegt, ist nun im Winter verlassener als im Sommer. Durch die Winterstürme können weniger Schiffe aus Ägypten im Hafen anlegen. Das wenige Ackerland, welches das Emirat kontrolliert, wird nun ebenfalls genutzt. Die Temperaturen in Askalon sind ähnlich wie in Jerusalem, allerdings ist es in der Küstenstadt zumeist um einiges windiger.

Der Januar ist weiterhin mild, jedoch wird es etwas kälter. Die Temoeraturen liegen bei Tag 4 und 13 Grad und bei Nacht zwischen 0 und 6 Grad. Schwere Stürme geißeln das Meer und kein Schiff traut sich mehr die schützenden Häfen zu verlassen. Auch über dem Königreich toben Stürme, welche an der Küste stärker und im Landesinneren schw์her sind. Das erste Drittel des Monats ist noch recht ruhig, doch ab dem zweiten Drittel peitschen heftige Regenstürme über das Land, die zwar viel vom kostbaren Wasser bringen, die aber auch Straßen überschwemmen und Brücken fort reißen. Viele Furten sind nicht mehr passierbar und das Reisen wird erschwert. Erst gegen Ende des Monats beruhigt sich das Wetter wieder und die Stürme lassen nach. Nachdem das Land über zwei Wochen hinweg jedoch von schweren Stürmen geplagt wurde, gibt es am Ende des Monats einiges zu reparieren und trocken zu legen.
Der Bevölkerung allerdings geht es während alledem nicht schlecht. Es ist genug Nahrung vorhanden und bis auf die schweren Regenfälle und die Kälte geht es den Menschen gut. Man verbarikadiert sich innerhalb seines Hauses und wärmt sich an offenen Feuerstellen. Märkte werden trotz den teilweise recht heftigen Regenschauern normal abgehalten. Lediglich wenn es zu heftig stürmt und regnet, werden die Marktstände voller Hektik abgebaut und die Ware in Sicherheit gebracht.

In Galiläa und an der nördlichen Küstenebene, vor allem aber im Libannon ist es noch um einiges kälter als in Jerusalem. Südlich der Heiligen Stadt aber wird es dafür etwas wärmer. In Askalon ist es zwar stürmisch, aber es regnet weniger und die Sonne scheint an vielen Tagen wärmend auf die Bewohner der fatimidischen Küstenstadt.

Nach den schweren und heftigen Regenstürmen im Januar, beginnt der Februar mild und freundlich. Es gibt weniger Niederschläge und an vielen Tagen scheint die Sonne strahlend vom Himmel herab und erwärmt das Land. Die Bäche und Flüsse sind voll von klarem und frischem Wasser, welches sie von den hohen in die niederen Gebiete transportieren. Kleine Wadis und Senken, welche im Sommer so trocken sind wie ein Stein, führen nun reichlich Wasser und sind an den Hängen mit frischer und grüner Vegetation bewachsen. Es ist noch immer kalt, vor allem in den Nächten. Daher wächst und gedeiht noch nicht alles, aber die Feldfrüchte, welche für den Winter ausgesäät wurden, wachsen gut und auch in der Wildnis finden sich genügend Pflanzen, welche mit der Kälte keine Probleme haben.

Die Temperaturen liegen den gesamten Januar hindurch zwischen 5 und 15 Grad bei Tag und 3 und 7 Grad bei Nacht. Der Gefrierpunkt wird auch Nachts nur noch selten erreicht. Wenn Tagsüber die Sonne scheint, dann können die Temperaturen auch schon einmal bis zu 18 Grad betragen.

Zur Mitte und zum Ende des Monats hin regnet es wieder ab und an, aber die Zeit der schlimmen Stürme scheint vorbei zu sein. Während das gute Wetter anhält, sind die Menschen eifrig damit besch๏tigt die Schäden zu beseitigen, welche die Stürme des vergangenen Monats angerichtet haben.

Der März scheint den Winter im Königreich Jerusalem nun endgültig abschütteln zu wollen. War es im Februar teilweise noch kalt und stürmisch, zeigt sich der März hauptsächlich freundlich und mild. Durchschnittlich fällt jeden dritten Tag Regen. Ein Regen der von den Bauern äußerst gerne gesehen wird, füllt er doch die Bäche, Flüsse und Seen und schafft somit Wasserreservoirs für den heißen und trockenen Sommer. Vor allem die Feldfrüchte brauchen den Regen nun, denn wenn die Regenzeit zu früh endet dann können die Pflanzen vielerorts nicht mehr weit genug reifen um eine ertragreiche Ernte einfahren zu können.

Abgesehen vom sporadischen Regen ist es in Jerusalem und auch im restlichen Königreich sonnig. Die Temperaturen liegen zwischen 10 und 20 Grad am Tag und zwischen 5 und 15 Grad bei Nacht. Manchmal kann es Tagsüber auch schon bis zu 25 Grad warm werden. Damit ist es noch nicht so heiß wie im Sommer, aber man muss auch nicht mehr unbedingt frieren. Überall auf den Feldern wachsen die Pflanzen. Noch ist der Beginn der Erntezeit fast einen Monat entfernt, aber man kann schon jetzt sehen dass es wohl eine gute Ernte wird - sofern bis zur Erntezeit noch genügend Regen fällt.

Im Jordantal ist es etwas wärmer als im Rest des Königreichs, während es an der Küste manchmal noch sehr windig und etwas kühl sein kann.

Gegen Ende des Monats, am 24. und 25. März, fegt ein heftiges Unwetter von Nordwesten her über das Königreich. Es erreicht Galiläa und die nördliche Küste schon in der Nacht des 23. März und zieht dann im Laufe des 24. auch über die südlichen Teile des Königreiches. Es fällt in diesen Tagen viel Regen und es ist stürmisch. Mancherorts entstehen leichtere Schäden, aber alles in allem ist es nicht zu vergleichen mit den heftigeren Unwettern des Januar.

Neumond: 07.04.1133
Vollmond: 21.04.1133
Trockenzeit

Neumond: 06.05.1133
Vollmond: 20.05.1133
Trockenzeit

Neumond: 04.06.1133
Vollmond: 19.06.1133
Trockenzeit