Beiträge von Gregor von Brandis

    Gerade gesehen dass es dazu noch keine Antwort gibt!


    Schar klingt meiner Meinung, obwohl etymologisch gesehen sicher das treffende Wort, irgendwie nach Pfadfindern, oder einer Gruppe von Singvögeln. Eine Ritterschar klingt für mich irgendwie… harmlos, als ob die ritter mit einer Laterne von Haustür zu Haustür gehen um um Schokolade zu betteln ^^


    Als alternatives Wort würde mir schwadron, oder eskadron, einfallen - weil es ähnlich klingt und eine kavalliereinheit ist; leider aber erst ab dem 17. jh belegt - und es klingt leider nach schwadronieren. Das Wort „Geschwader“ bedeutet etymologisch gesehen das selbe aber ich glaube es vermeidet diese assoziierung!


    Andernfalls eine Truppe von Rittern? Eine Staffel? Ein Verband?

    @Guillaume: danke! Ich habe da meine Begriffe durcheinander gebracht. Die Unterscheidung die ich im Hinterkopf gehabt habe war zwischen Miles nobilis (edler Soldat - also ritter) und Miles gregarius (Soldat aus dem Volk - also waffenknecht).


    Für einen berittenen Waffenknecht kann ich das Wort „Reisiger“ anbieten. Das ist aus dem Spätmittelalter belegt aber hat den Vorteil ein eindeutiges Wort zu sein!


    Für die pedites gäbe es das ebenfalls belegte Wort „Fußknecht“.


    Wären reisiger und fußknecht eine passende Bezeichnung für das was du suchst?


    Oben wurde auch Burgmann erwähnt, aber ich glaube das war eher für Mitglieder der Garnison einer Burg oder einer Stadt.

    Bin gerade unterwegs und kann daher nicht viel schreiben. Ja, wir haben im Grunde genommen die Umstände des HRR im 14. Jahrhunderts auf das 12. abgekupfert. Bei uns war das noch viel „archaischer“. Sofern ich mich erinnern kann gab es den Begriff des ritters noch gar nicht so lange; die karolinger hatten ja noch ihre panzerreiter und keine Spur vom Rittertum.


    Dennoch weiß ich nicht wieviel man in diesen Bericht über Milites vs pedites reinlesen kann (abgesehen davon dass 1099 bei uns schon fast zwei Generationen her ist). Miles heißt eigentlich „Soldat“, und ich kann mich daran erinnern etwas gelesen zu haben davon dass man da Unterscheidungen machte (ich kann mich vage an das Konzept eines „miles stipendiarius“, ein „belehnter Soldat“, im Gegensatz zu anderen milites, erinnern).


    Die Orden, zumindest die templer, unterschieden auf jeden Fall schon zwischen ordensrittern und Sergeanten (die bei den templern immer nicht-adlig aber beritten waren).


    Und außerdem würde ich sagen zumindest gesellschaftlich bestünde ein Unterschied. Von einem adligen wird ein ganz anderer Lebenswandel erwartet als von einem gemeinen, und zudem besteht beim Rittertum das gewisse sakrale etwas (die schwertleite gab es bei uns schon, und es wäre gut würde das etwas bedeuten).


    Daher wäre ich eigentlich dafür es so zu belassen wie wir es haben. Eine Idee wäre vllt, einen Unterschied zwischen waffenknecht zu Fuße (armer schlucker) und einem waffenknecht zu Ross (steht mit einem Bein im Adel) einzuführen? Aber selbst das wirft Fragen auf; ein berittener turkopole zum Beispiel würde gesellschaftlich, Pferd hin oder her, gewiss niedriger dastehen als ein erfahrener, schwer bewaffneter waffenknecht zu Fuß aus einer Region wo man einfach traditionell lieber zu Fuß kämpfte (Schwaben, Schottland usw).

    Hallo Antonio! Willkommen zurück, und vielen lieben Dank für dein Interesse an Antonio!


    Ich habe jetzt einige Zeit nachgedacht, und will jetzt meine Entscheidung nicht mehr herauszögern. Ich muss in diesem spezifischen Fall leider ablehnen. Diesen Entschluss habe ich nicht leichtfertig getroffen; im Endeffekt habe ich zwei Gründe.


    Erstens, dein probepost ist etwas kurz geraten. Und meines Erachtens (aber das ist nur meine subjektive Meinung) ist er etwas generisch. Natürlich verlange ich von niemandem hier Romane, aber ein kleines bisschen mehr würde ich mir schon erwarten... immerhin will ich ein ganz genaues Bild davon erhalten, wie genau diese ID bespielt werden wird.


    Zweitens, und ich weiß dass das total unfair klingen könnte, deine bisherige unstete Anwesenheit gibt mir nicht die komplette Zuversicht, dass diese id nicht wieder liegenbleiben wird.


    Normalerweise würde ich dir dennoch die Chance geben. Aber diese id ist extrem wichtig für zwei meiner ids, und für das geistliche und venezianische Leben im Forum allgemein, und ich will sie wirklich nur vergeben wenn ich mir 110 Prozent sicher bin.


    Es tut mir echt leid, dass ich dir zu diesem Zeitpunkt keine bessere Neuigkeiten geben kann. Aber das heißt nicht, dass ich in meiner Meinung unflexibel bin! Was ich vorschlagen könnte, ist, dass du erst einmal mit einer anderen id beginnst, egal ob im Klerus oder anderswo. Wenn du einmal stetige Anwesenheit bewiesen hast und ich das Gefühl habe, dass du die Schuhe von Antonio Morosini ausfüllen kannst, können wir sehr gerne noch einmal drüber reden:)

    Ich stimme zu, ein König konnte das nicht so einfach tun, insbesondere angesichts des hohen Grades von Autonomie der Vasallen im Königreich Jerusalem. Es müssten da schon ganz bestimmte Bedingungen am Werke sein. Romains Beispiel von Toulouse war im Grunde genommen eine Kapitulation nach einem langen, ziemlich katastrophalen Krieg und das Vorspiel auf die Liquidierung der Grafschaft nach dem Tod des Grafen - also ziemlich besondere Umstände :)


    Ein Beispiel das mir einfällt war aus dem Jahr 1356, als Kaiser Karl iv die Burg karlshaus errichten ließ und sich danach mit Haus Rosenberg in die Haare kriegte. Obwohl die Burg genau an der Grenze zwischen krongut und der Herrschaft Rosenberg errichtet wurde, (und eigentlich nicht wirklich in der Herrschaft selber) beschwerte sich der Herr von Rosenberg am Reichstag darüber, dass Karl illegal seine Herrschaft beeinträchtigte. Karl und Rosenberg einigten sich schließlich mit einem Ausgleich, aber das beweist wie sensibel sowas war.


    Ich denke also dass ein König, bevor er auf dem Gebiet eines Vasallen eine Burg errrichten wollte, ziemlich sicher vorher normalerweise um Genehmigung beim Vasallen ersuchen müsste, oder alternativ zumindest so eine Aktion durch eine Wahl in der haute cour absegnen lassen musste :)

    Die Zahlen erscheinen mir ok! Genau werden wir eh nie wissen, wieviele Einwohner jedes einzelne Kaff genau besaß.


    Ich hab irgendwann mal gelesen dass Akkon größer war als Jerusalem, aber ich weiß nicht mehr wo. Das könnte sich natürlich auch auf z.B. 1240 oder so bezogen haben, als Jerusalem noch einmal kurzzeitig zum Königreich gehörte aber die Musik schon lange in Akkon spielte :) Es erscheint mir freilich auch rollenspielerisch sinnig, dass Jerusalem die bevoelkerungsreichste Stadt ist.

    Ich habe ein paar sehr nützliche Quellen zur Sprache der Kreuzfahrerstaaten aufgetan, die ich mit euch teilen wollte :)


    Die ursprünglichen Eroberer des Königreichs Jerusalem stammten aus Nordfrankreich, und etablierten Französisch als die grundlegende Sprache des Königreichs. Weil die Eroberer aus vielen verschiedenen Teilen Frankreichs stammten, einigte man sich auf das Französisch von Paris - welches in Frankreich selber nur von vielleicht 10% der Bevölkerung gesprochen wurde, aber schon damals ein Sprachstandard war und sich später in die moderne französische Sprache entwickelte.


    Sehr schnell nach dem ersten Kreuzzug jedoch entwickelte sich das Französisch der Kreuzfahrerstaaten in eine eigene Richtung.


    Erstens wurden viele Worte aus den einheimischen Sprachen aufgenommen. Die Kreuzfahrer machten sich sehr schnell Worte aus dem Arabischen, dem Griechischen, dem Armenischen und dem Aramäischen zu eigen. Manche dieser Worte wurden später auch vom modernen Französisch vereinnahmt, viele davon aber verblieben typisch für das Französisch von Outremer. Beispielsweise "Mehtesep" (deutsch: Marktvogt) - von arabisch "Muhtasib".


    Zweitens wurde das Französisch von Jerusalem sehr schnell vom Okzitanischen beeinflusst. Der Grund dafür war, dass sehr viele Zuwanderer (gemäß einiger Quellen, die Mehrheit) aus ländlichen Gebieten in Südfrankreich kamen. Auch das Italienische nahm Einfluss auf die französische Sprache in der Levante, da sich im Heiligen Land viele Händler und Zuwanderer aus den Seerepubliken und anderen Regionen in Italien niederließen. Südfrankreich und Italien waren im 12. Jahrhundert die dicht bevölkertsten Regionen von Europa, und die Kreuzfahrerstaaten boten ein interessantes Migrationsziel. Aus diesem Grund wurden Worte oft anders ausgesprochen als in Nordfrankreich, und viele okzitanische und auch italienische Worte filterten in den normalen Sprachgebrauch. Typisch war zum Beispiel, dass sich am Ende eines Wortes das “l” in ein “u” verwandelte - z.B. Standardfranzösisch “Marechal” - Kreuzfahrerfranzösisch “Mareschiau” (deutsch: Marschall) ; Standardfranzösisch “ce quel” - Kreuzfahrerfranzösisch “ciau” (deutsch: das was).


    Jenes “Kreuzfahrerfranzösisch” war die Sprache der Haute Cour und des Bürgergerichts, und jeder Lateiner, der am öffentlichen Leben teilhaben wollte, sprach diese Sprache (im Syrergericht hingegen wurde vermutlich arabisch gesprochen). Französisch wurde auch von Einheimischen - nicht immer fließend - benutzt, um mit den Lateinern und den Authoritäten zu kommunizieren.


    Quellen, die ich benutzt habe:


    - “Life in the Crusader States”, Podcast von Sharyn Eastaugh
    - “Les emprunts arabes et grecs dans le lexique francais d’Orient”, Laura Minervini
    - “Evolutions au francais: etudes de linguistique diachronique”, Benjamin Fagard
    - “Cultures courtoises en mouvement”, Isabelle Arseneau

    Gut dass du das Thema ansprichst, ich habe sehr kürzlich einen guten Podcast zu dem Thema gehört! Ich wollte da meine Notizen teilen :) Über die Kreuzfahrerstaaten gab es da die folgenden Informationen:


    - Grafschaft Edessa: Mehrheitlich armenische Bevölkerung, gefolgt von den syrisch-orthodoxen Christen (die Jakobiter genannt wurden). Es gab auch assyrische, nestorianische und orthodoxe Christen; die Muslime stellten eine Minderheit dar.


    - Fürstentum Antiochia: Mehrheitlich orthodox, mit jakobitischer Minderheit.


    - Grafschaft Tripoli: Mehrheitlich maronitisch (eine christliche Sekte, die kurz nach den Kreuzfahrten den Papst als Oberhaupt anerkannte).


    - Königreich Jerusalem: Gemischte Bevölkerung. Die Städte waren mehrheitlich christlich, aber die ländliche Bevölkerung war tendetiell muslimisch (insbesondere im Süden). Die größte christliche Gemeinschaft (abgesehen von den Katholiken) waren die Griechisch-Orthodoxen, dann die Jakobiter, dann die Armenier (letztere besonders in Jerusalem und Haifa vertreten).


    EDIT: man muss auch anmerken, dass nach dem 1. Kreuzzug sehr viele Muslime aus der Levante flohen. Damaskus z.B. bekam ein komplett neues Viertel, dass aus palaestinensischen Fluechtlingen bestand. Viele davon kehrten nach Saladins Rueckeroberung wieder nach Jerusalem zurueck.

    Ich glaube, wir haben noch nirgendwo eine Übersicht über die gebräuchlichen Maße und Gewichte, welche im Königreich Jerusalem im 12. Jahrhundert (also lang vor der Erfindung des metrischen Systems im Jahr 1790) bestanden.


    Ich orientiere mich hier an den traditionellen französischen Maßen und Gewichten – was der Grund ist, warum zB die Meile 3,2 km statt nur 1,6 km lang ist, und eine Pinte nicht 0,568 sondern 0,952 Liter beträgt :)


    Der Vollständigkeit halber sind auch ein paar arabische Maße und Gewichte, wie sie den Kreuzfahrern sicher bekannt waren, hier gelistet.


    Europäische Längenmaße


    1 Linie = 2,2 mm
    1 Zoll = 12 Linien = 27,07 mm
    1 Fuß = 32,48 cm (Länge des königlichen Fußes)
    1 Klafter = 6 Fuß = 1,949 m (angeblich die Körpergröße von Karl dem Großen)
    1 Rute = 22 Fuß = 7,146 m
    1 Meile (die französische Meile wurde auch als Leuge, von französisch Lieue, bezeichnet) = 10000 Fuß = 3,248 km


    Europäische Volumen


    1 Roquille = 29.75 ml
    1 Posson = 4 Roquilles = 119 ml
    1 Demiard = 2 Possons = 238 ml
    1 Chopine = 2 Demiards = 476 ml
    1 Pinte = 2 Chopines = 952 ml
    1 Quade = 2 Pinten = 1,904 l
    1 Velte = 4 Quaden = 7,617 l


    Europäische Gewichtsmaße


    1 Prime = 2.2 mg
    1 Gran = 24 Primen = 53 mg
    1 Denier = 24 Grane = 1,27 g
    1 Gros = 3 Denier = 2,82 g
    1 Unze = 8 Gros = 30,6 g
    1 Mark = 8 Unzen = 244,75 g
    1 Pfund = 2 Mark = 489,5 g
    1 Zentner = 100 Pfund = 48,95 kg
    1 Tonne = 20 Zentner = 979 kg


    Arabische Längenmaße


    1 Finger = 2 cm
    1 Hand = 8 cm
    1 Fuß = 32 cm
    1 Kubit (Arabische Elle) = 64 cm
    1 Klafter = 1,92 m
    1 Rute = 3,84 m
    1 Stadion = 192,04 m
    1 Meile = 1,92 km
    1 Parasang (Persische Meile) = 5,76 km


    Arabische Gewichte


    1 Habbah = 51 mg
    1 Qirat (Karat) = 195 mg
    1 Dirham = 3,125 g
    1 Ratl = 437,5 g
    1 Qintar = 44,97 kg

    Ich muss sagen, echt, danke für die Erwähnung von Kohle. Das ist mir zuvor entgangen.


    Ich habe irgendwie angenommen, dass Holzkohle und Kohlenbecken im Nahen Osten nicht so verbreitet waren, weil die Herstellung von Holzkohle sehr verschwenderisch ist (da gehen leicht 40-50% des Holzes, das man zu seiner Herstellung benötigt, drauf). Ich habe jetzt aber Recherche betrieben, und Holzkohle hatte doch große Beliebtheit (natürlich, denn Schmieden, Schmelzen, Gläsereien usw kann man nur schwer mit reinem Brennholz betreiben). Die Herstellung von Holzkohle zum Beispiel war eine Spezialität von Beduinen, die auf ihren nomadischen Zügen die Gelegenheit hatten, viel Feuerholz einzusammeln, und es dann zu Kohle zu verarbeiten, welches sie in den Städten verkauften. Das ist auch ein durchaus schönes Beispiel für das symbiotische Verhältnis zwischen Stadtbewohnern und nomadischen Landbewohnern :)


    Ich habe die Artikel überarbeitet, um die Wichtigkeit von Kohle und des Feuerbeckens herauszudeuten. Vielen Dank nochmals, jetzt ist das viel vollständiger :)


    Steinkohle wurde im 12. Jahrhundert im Heiligen Land übrigens noch nicht verwendet. Vermutlich wurde damit damals schon auf den britischen Inseln damit geheizt, weit verbreitet aber würde das erst später werden.

    Beschämenderweise habe ich mich hier noch gar nicht gemeldet :D Vielen vielen Dank dafür! Das klingt sehr interessant und relevant! Darf ich das in die Wiki einpflegen (entweder als Zusatz zum Artikel zur Heilerin oder als Exkursion zur traditionellen Heilkunde)? :)

    Weil ich die Artikel in der Wiki zu Heizung und Beleuchtung mal ein wenig überholt habe, um der Sache etwas mehr Würze zu geben, wollte ich (ähnlich wie bei der mittelalterlichen Kampfkunst, auch wenn ich absolut verstehe, dass diese Thematik hier nicht ganz so spannend ist :D ) dazu auch hier mal was reinstellen :)


    Hier sind die Links dazu: Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen. und Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen.


    Zum Brennstoff: es gab rund um Jerusalem nicht sonderlich viele Wälder. Aus diesem Grund war Bauholz ziemlich rar und teuer, und die meisten Häuser waren aus Lehmziegeln und Stein (zu den Baumaterialien, die in Jerusalem benutzt wurden, werde ich auch mal was schreiben!).
    Brennholz allerdings war nicht ganz so knapp, wie man es sich denken könnte. Rund um Jerusalem wuchsen ziemlich viele Dornbüsche – und Dornbusch ist ein sehr gutes Brennmaterial, auch wenn man es relativ lange trocknen muss, bis es richtig schön langsam und warm brennt (zumindest ein halbes Jahr, besser ein ganzes Jahr). Natürlich gab es da nicht das unerschöpfliche Angebot von Brennholz wie im bewaldeten Europa, aber man benötigte im Königreich Jerusalem auch nicht so viel Brennholz. Denn es war allgemein vom Klima her wärmer, zur Beleuchtung verwendete man viel häufiger Öllampen, und Ziegel (der wichtigste Baustoff schlechthin im Mittelmeerraum) wurden allgemein nicht gebrannt.


    Das Königreich Jerusalem bahnte auch den Weg für Kamine – vor dem 12. Jahrhundert waren diese total unbekannt im westlichen Kulturkreis, aber einige der frühesten Kamine, die man in der katholischen Welt gefunden hatte, gab es schon zu unserer Zeit im Königreich Jerusalem. Allerdings war das nur etwas für sehr reiche (und innovative) Haushalte; die meisten Haushalte hatten nach wie vor eine einzige Feuerstelle (dem Herd) und einem Loch in der Wand bzw dem Dach. Es ist also absolut möglich für eine ID im KJ einen Kamin zu haben, allerdings ist das etwas durchaus Außergewöhnliches :)


    Für die meisten Haushalte war nach wie vor, auch im Nahen Osten, die offene Feuerstelle unterhalb einer Öffnung in der Wand oder der Mauer wie Hauptquelle von Heizung. Aus diesem Grund war in vielen, besonders nicht ganz so reichen Haushalten, der Innengeruch nicht so blendend wie in modernen Haushalten, und die Luft war eher stickig und rauchig, was meines Erachtens wohl ziemlich viele negative gesundheitliche Auswirkungen gehabt haben musste.


    Zur alltägliches Beleuchtung für alle Zwecke und alle Bevölkerungsschichten gab es die Öllampe. Sie hatte gegenüber Brennholz den Vorteil, dass sie nicht so sehr rußte und rauchte, gutes Licht abgab, und mithilfe in der Region gut erhältlichen Materialien (Docht aus Wolle und Öl von Oliven) gutes, ziemlich verlässliches Feuer abgab.


    Nun, wie gehabt, bitte ich um eure Meinungen und Gedanken dazu. Gibt es etwas, was ich ergänzen könnte bzw total in den falschen Hals bekommen habe? Habt ihr irgendwelche Fragen? Für letztere stehe ich gerne zur Verfügung :)

    So, ich habe den Artikel zum Schwertkampf leicht umgemodelt; erst einmal habe ich den Absatz zum Halbschwert und Mordhau editiert, und zweitens habe ich noch ein wenig Informationen zum Treten beim Kampf eingeführt (einfach um anschaulich zu machen, wie brutal es da zuging). Danke für eure Inputs :)


    @Romain: das sind Meisterhäue von Liechtenauer, nicht wahr? Ich wollte es eher vermeiden, über Meisterhäue zu sprechen, weil jeder Fechtmeister unterschiedliche Hauarten empfohl (Talhoffer zum Beispiel erwähnte Meisterhäue überhaupt nicht). Und irgendwie wollte ich die Artikel schon halbwegs kompakt halten, ohne allzu viele Spezialbegriffe einzuführen ^^ danke aber für die schöne Auflistung!


    @Balian: du hast einen guten Geschmack, was Youtubekanäle anggeht :D Und ja, ich denke, für das Halbschwert brauchte man nicht unbedingt Handschuhe – ich denke allerdings, jeder gut ausgerüstete Ritter/Waffenknechte hatte zumindest Lederhandschuhe.


    @Informationsquellen:


    In Bezug auf Ringen: Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen. uch dieses Video ist sehr anschaulich: Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen. (dieser Kanal ist ohnehin ziemlich toll)


    Diese Wiki beinhaltet viele gute Infos: Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen.


    Den Talhoffer habe ich als Buch ("Medieval Combat: A Fifteenth Century Manual", editiert von Mark Rector), aber ich denke diese Quelle ist auch ganz gut: Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen.


    Das hier ist auch eine nette Seite: Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen.

    Danke für die Kommentare, die sind extrem hilfreich :) Und so einem Verein würde ich auch sehr gerne mal zuschauen – leider hatte ich nie die Gelegenheit!


    Ja, meine Quellen sind eben leider aus einer Zeit, wo das Bastardschwert (Eineinhalbhänder) das häufigste Schwert war, was die Handhabung von Schwertern sicherlich geändert hatte. Leider ist die Quellenlage über frühere Zeiten extrem dürftig.


    Ich stimme dir zu, dass der Ochs sicher für ein längeres Schwert besser ist (möglicherweise ist das auch der Fall für den Pflug), allerdings denke ich, selbst für ein Langschwert des 12. Jahrhunderts ist es eine halbwegs gute Angriffsposition, wenn auch sicher nicht so effektiv wie Vom Tag. Zum reinen Blocken sollte man aber wohl eine andere Position einnehmen.


    Und ja, Halbschwert und Mordhau (stimmt, Mordhau und nicht Mordschlag, muss das noch editieren) sind sicher nichts, wozu man seinen Schild wegwerfen würde, allerdings gehe ich (wie gesagt, beeinflusst von meinen Quellen, wobei ein hochmittelalterliches Schwert ohne Schild weitaus weniger Sinn ergibt als ein Bastardschwert) im Artikel vom Schwertkampf eher von einem nur mit einem Schwert bewaffneten Kämpfer aus – sollte das vllt klarifizieren :) aber auch im 12. Jahrhundert, vor dem Plattenharnisch, sehe ich persönlich durchaus einen guten Gebrauch für das Halbschwert – ich denke, es war eine sehr effektive Technik, wenn man einen gesteppten Gambeson oder einen Schuppenpanzer durchstoßen wollte, weil man einfach mehr Kraft und Genauigkeit in den Stich legen konnte.


    Aber ja, der Mordhau wäre eher nur was für wirklich seltene Situationen, und ich schließe mich dir an, dass man dies im 12. Jahrhundert kaum gesehen hätte – allerdings wollte ich es drinnen lassen, wenn auch nur um zu zeigen wie vielseitig so ein Schwert war, und wie kreativ die Kampfkunst manchmal wurde :D Und ich denke, den Mordhau könnte man verwendet haben erstens für Nischen-Situationen (zum Beispiel wo der Gegner durch eine Leiter zu dir raufkam und du keine andere Wahl hast als seinen Helm mit einem Mordhau zu zerdöppern), und zweitens vielleicht auch um die Parierstange als Haken zu verwenden, mit dem man den Gegner zwischen die Beine fahren konnte, um ihn so aus dem Gleichgewicht zu bringen.