Ich wollte nochmal kurz mit einem kleinen Irrtum aufräumen, weil ich doch immer wieder lese, dass Jerusalem hier als "Wüste" umschrieben wird, oder auch das Umland.
Jerusalem und Umland sind keine Wüste!!!
Ich schätze mal der Irrtum wurde von Hollywood gut aufgebauscht, er bleibt aber trotzdem ein Irrtum. ![]()
Jerusalem ist im Sommer zwar schon ziemlich trocken, aber es gibt etliche an das Klima angepasste Pflanzen und eine Wüste ist etwas völlig anderes. Viele Bauern bewirten ihre Felder, es gibt Flüsse und Quellen (letztere sind von größerer Bedeutung). Weiter im Norden ist es regelrecht grün, also Tiberias etc haben mit Wüste nun nicht einmal ansatzweise etwas zu tun. Caesarea ist sogar sumpfig.
Hebron und Oultrejordain bestehen in gewissen Regionen dann aus Wüste, aber die liegen ja auch noch mal einen Tagesritt weiter im Süden bzw. Osten.
Im Winter ist Jerusalems Umland vermutlich richtig grün gewesen. Ganzjährig gibt es Weinstöcke, Obstplantagen, Gemüsegärten, Olivenhaine und und und. Bienen sammeln ihren Honig auch nicht in der Wüste.
Die Wüste des Königsreichs ist im Grenzlang zu Askalon und heißt "Negev". Im Winter ergrünt und erblüht sogar die Negev. Die geht dann irgendwann in die Sahara über, die wohl das ist, was die meisten Europäer vor Augen haben, wenn sie an eine Wüste denken. Davon ist Jerusalem visuell ungefähr so weit entfernt, wie eine Banane vom Apfel ![]()
Im etwas weiteren Umfeld wird es Richtung Jericho (Osten) Stück für Stück trockener bis die "judäische Wüste" kommt, aber das ist schon ca. ein halber Tagesritt schätze ich und zählt nicht mehr zu Jerusalem. Im Süden wird es, wie gesagt, Richtung Hebron dann trockener.
Die Dörfer im Umland und vor allem Richtung Westen und Norden werden eher noch grüner als dass sie wüstig oder trocken sind.