1) Wie lautet Euer Name?
= Aubrey de la Rhône
2) Wann wurdet Ihr geboren?
= 1095
3) In welchen Stand wurdet Ihr hineingeboren?
= 2. Stand
4) Welchem Volk gehört Ihr an?
= Lateiner
5) Welche Religion ist die Eure?
= römisch-katholisches Christentum
6) Wo wohnt Ihr?
= Jerusalem
7) Habt Ihr Familie in Jerusalem?
= Nur meine Ehefrau, Sidonie de Milly
Gibt es irgendwelche Besonderheiten über Euch zu wissen? Was seid Ihr von Beruf?
= Ich bin Ritter und diene dem Baron Gautier von Caesarea
9) Was ist Euer Begehr in unserem Königreich?
= Meinem Lehnsherrn dienen und meinen eigenen Stand verbessern, sowie eine Familie gründen.
10) Wer ist Euer Gesicht?
= Lambert Wilson
Probepost - Januar 1133, Anwesen des Gautier de Grenier
Aubrey stand mit strengem Blick im nördlichen Hof des Anwesens seines Lehnsherrn. Hier zwischen den Ställen und den Quartieren der Gefolgsleute, hatte er drei Hände voll Waffenknechte zu Waffenübungen versammelt. Der burgundische Ritter wusste, dass sein Herr sehr viel Vertrauen auf seine Waffenknechte legte und demnach auch sehr auf ihre Ausbildung achtete. Aubrey selbst war ein Adliger und Ritter und zudem einer der geschätztesten Gefolgsleute des Barons. Erst kürzlich hatte Gautier ihn zum Waffenmeister ernannt und ihn mit der Ausbildung und Ausrüstung seiner persönlichen Haustruppe beauftragt. Eine Aufgabe, welche Aubrey sehr ernst nahm. Hier in Jerusalem hatte Baron Gautier nur wenig mehr Waffenknechte in seinem Anwesen, als gerade im Hof versammelt waren. Aubrey hatte alle zusammen getrieben, die nicht gerade das Tor bewachten. In Caesarea allerdings unterhielt Gautier ein deutlich größeres Aufgebot an Waffenknechten. Es war teuer diese alle Auszurüsten und zu bezahlen, aber offenbar sah der Baron einen Sinn darin. Und auch Aubrey sah diesen Sinn. Wenn sein recht junger Herr sich gegen seine Vasallen behaupten wollte, dann brauchte er selbst eine schlagkräftige Haustruppe, die ihm alleine treu war.
"Schilde zusammen! Los konzentriert euch. Haltet die Schilde zusammen und die Köpfe geduckt." Aubrey hatte die Männer mit großen Langschilden und Speeren ausgestattet und sie einen Schildwall bilden lassen. Eine Taktik, die nicht mehr oft angewendet wurde, vor allem weil die gut ausgebildeten und ausgerüsteten Krieger alle zu Pferd in die Schlacht ritten. Das Fußvolk war meistens zu blöd um zu verstehen, welche Seite eines Speeres in den Feind gehörte. Aber von gut ausgebildeten Waffenknechten durfte man schon erwarten, dass sie fähig waren mit ihren Schilden einen geschlossenen Wall zu bilden. Immerhin war dies die einzig effektive Möglichkeit, um sich gegen Reiterei oder Bogenschützen zu verteidigen. Aubrey hatte nicht genügend Platz und auch nicht genug Pferde, um seine Waffenknechte einem Reiteransturm auszusetzen. Auch sie mit Bögen zu beschießen, war nicht das Mittel der Wahl. Stattdessen wollte er ihnen die Wichtigkeit eines geschlossenen Schildwalls mit Steinen beweisen. Er hatte Pagen, Knappen, Dienstjungen und Stallburschen herbei gerufen und sie Steine sammeln lassen. Wenn einer der Soldaten gleich einen blauen Fleck hatte, war er selber Schuld.
Während Aubrey beobachtete, wie die Soldaten eine mehr oder weniger saubere Front mit ihren Schilden bildeten, dachte er an den morgigen Tag. Morgen würde er heiraten. Ein Grinsen zeigte sich auf seinem Gesicht. Seine Braut war wunderschön und mit dem Geld, welches ihre Mitgift einbrachte, würde er ein kleines Stadthaus erwerben, in dem sie leben konnten. Alles in allem war das noch kein großer Sprung, aber Aubrey sah sein Glück kommen. Ja, obwohl er vor vielen Jahren schon einmal geheiratet hatte und seine Ehe nur vom Pech verfolgt gewesen war, erlaubte er es sich nun doch noch einmal zu hoffen. Er hatte Sühne geleistet. Warum auch immer Gott seine erste Frau bei der Geburt ihres Kindes zu sich geholt hatte, Aubrey hatte dafür Abbitte geleistet, war nach Jerusalem gepilgert und all seine Sünden waren vergeben worden. Er war sich ganz sicher, dass er Gottes Weg gefolgt war. Hier im Heiligen Land sollte seine Zukunft sein. Und seine Zukunft würde er mit Sidonie de Milly finden. Sie würde ihm Kinder schenken und ihm eine gute Ehefrau sein. Und er würde sie glücklich machen, ein gottgefälliges Leben führen und alles tun um seinen Pflichten gerecht zu werden. Gott gegenüber, seinem Lehnsherrn gegenüber und auch seiner Frau gegenüber. Aubrey hatte einmal alles verloren. Dies würde er nicht noch einmal riskieren. Vor allem seine Frau wollte er nicht noch einmal an den Tod verlieren. Dafür betete er sehr oft.
Doch bevor es so weit kommen konnte, dass er überhaupt an Kinder und an das Leben seiner Frau denken konnte, würde die Hochzeit an sich kommen. Morgen... Morgen würde es so weit sein. Und Übermorgen würde er bereits an der Seite seiner jungen, wunderschönen Braut erwachen und sich mit der Hoffnung tragen, dass sie vielleicht schon schwanger wäre. Wieder lächelte er. Er war seinem Herrn wirklich dankbar für die Hilfe bei den Verhandlungen mit Guy de Milly. Gautier de Grenier tat einiges für seine treuen Gefolgsleute. Und Aubrey tat alles um seine treue zu beweisen. Nun würde er weiter die Waffenknechte seines Herrn drillen. Mit einem Wink gab er den Jungen den Befehl mit dem Werfen der Steine zu beginnen. Eine Aufgabe, welche diese durchaus mit Begeisterung erfüllten...